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Hausärzteversorgung

In seiner Sitzung am 29.08.2016 beschäftigte sich der Stadtrat intensiv mit dem Thema der Hausärzteversorgung in Adorf. Es bestand Einigkeit, auf diesem sich abzeichnenden, erheblichen Problemfeld aktiv zu werden - trotz naturgemäß begrenzter Handlungsmöglichkeiten der Stadt.

12.04.2017

Wir freuen uns positive Neuigkeiten berichten zu können:

  • Seit einiger Zeit ist in der Gemeinschaftspraxis Gonschorek/Pletz ein weiterer Arzt tätig, zustande gekommen durch persönliche Kontakte von Herrn Dr. Gonschorek. Herr Dr. Brezík ist ein junger Arzt aus dem tschechischen Grenzgebiet, der bisher in der Sachsenhofklinik in Bad Elster tätig war und nun zwei Jahre hier seiner Facharztausbildung nachgeht. Mittelfristig besteht die Absicht zum Einstieg in die Gemeinschaftspraxis. Wir heißen Herrn Dr. Brezík in Adorf herzlich willkommen und wünschen ihm viel Erfolg bei seiner Tätigkeit!
  • Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hat die Stadt eine weitreichende Entscheidung getroffen. Anfang April wurde das bei einer Auktion zur Versteigerung stehende Gebäude der Ambulanz für 78.000 € durch die Stadt erworben. Nicht, um ihren Grundbesitz zu mehren, sondern gezielt um die Verfügungsgewalt über dieses wichtige Gebäude am Markt zurückzugewinnen und Einflussmöglichkeiten für die künftige Nutzung zu sichern. Aus unserer Sicht ist damit ein wichtiger Schritt getan, um die Ärzteversorgung in Adorf weiter sicherzustellen. Der nächste Schritt wird die Erarbeitung eines grundlegenden Nutzungskonzeptes sein.

20.12.2016

Ende November fand ein gemeinsames Gespräch mit den Adorfer Allgemeinmedizinern statt, alle vier praktizierenden Hausärzte nahmen teil. Der intensive Austausch von Ansichten, bisherigen Erfahrungen, Handlungsmöglichkeiten und -grenzen war sehr interessant und definitiv hilfreich um die Komplexität des Themas zu verstehen und zu überschauen.

Die Stadt wird nun mit Hilfe eines externen Beraters, der über das Projekt "Demografiewerkstatt Kommunen" in Anspruch genommen werden kann, nächste Schritte ausloten und entsprechend verfolgen. Ein weiterführender Informationsaustausch und enger Kontakt wurde mit den Ärzten vereinbart.

30.08.2016

Hier eine kurze Zusammenfassung der Situation:

  • Der Versorgungsgrad mit Hausärzten in der Planungsregion Oelsnitz (zu der Adorf gehört) beträgt aktuell noch 107 %.
  • Unter Berücksichtung des bereits jetzt hohen Altersdurchschnitts bei uns soll ein Arzt theoretisch 1.504 Einwohner versorgen (üblicherweise 1.671 Einwohner). In Adorf kommen auf einen Hausarzt (nur) 1.270 Einwohner. Die verbliebenen vier Adorfer Hausärzte haben jedoch ein Vielfaches dieser Zahl an Patienten, insbesondere da viele aus Nachbargemeinden kommen. Dies wird sich noch verstärken, wenn weitere Praxen in der Umgebung schließen (z.B. letzter Hausarzt in Bad Brambach im Herbst 2016).
  • Der Altersdurchschnitt der Adorfer Ärzte beträgt 60,5 Jahre (56, 59, 62, 65). Nur einer davon übernimmt regelmäßig Bereitschaftsdienste.

Drohende Unterversorgung:

  • Die Feststellung einer drohenden Unterversorgung ist Voraussetzung für erweiterte Handlungsmöglichkeiten durch die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS). Eine Unterversorgung besteht bei einem Versorgungsgrad von 75% oder darunter.
  • Die Versorgung/Unterversorgung wird nicht stadtbezogen ermittelt, sondern nach Planungsregionen, sogenannte Mittelbereiche. Im Mittelbereich Oelsnitz praktizieren im Moment 27,25 Hausärzte. Rechnet man diejenigen heraus, die älter als 60 sind und demzufolge in absehbarer Zeit aufhören werden, sind es noch 14,75. Dies ergibt dann nur noch einen Versorgungsgrad von 57,9 %. Die von den meisten Bürgern so empfundene drohende Unterversorgung wird damit durch Zahlen belegt.

Weiterführende Informationen:

Die Stadträte sind einhellig der Meinung, dass dieses Thema offen und dringlich in der Region diskutiert werden muss, um Handlungsstrategien zu entwickeln und zu bündeln. Es wurde sich auf folgende nächste Schritte geeinigt:

  • Gesprächsrunde mit den Adorfer Hausärzten
  • Kontakt mit den Nachbarkommunen, Einrichtung eines gemeinsamen runden Tisches
  • intensive Öffentlichkeitsarbeit sowie nachdrückliche Hinweise und Schreiben an die KVS zum Thema, um Druck von unten aufzubauen
  • Prüfung von Fördermöglichkeiten für Praxisübernahmen oder sonstige Unterstützungsmaßnahmen (im Oktober 2016 werden von der KVS neue Regelungen herausgebracht)
  • Prüfung von Möglichkeiten zur Hinwirkung auf eine Veränderung der Planungsregionen, um die spezielle Situation im oberen Vogtland angemessen zu berücksichtigen
  • Prüfung der Möglichkeit sich eines kompetenten Beraters zu bedienen (Finanzierung evtl. über das Projekt "Demografiewerkstatt")
  • Auftrag an die Kreisräte, das Thema im Kreistag zu behandeln

In absehbarer Zeit wird das Thema im Adorfer Stadtrat erneut auf die Tagesordnung gesetzt.