Heute vor 81 Jahren ...
... am 15. April 1945 wurde Adorf von amerikanischen Tieffliegern beschossen.
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Reiner Thomä, damals Kind, wohnhaft am Hermsgrüner Weg, berichtet über den Fliegerbeschuss an diesem Tag, bei dem sein Vater starb. Als Lokführer stieg er aus seiner am Maschinenhaus haltenden Lok und wurde getroffen. Seine Kollegen hatten Schutz in der dort befindlichen kleinen Bahnunterführung gefunden (die es noch heute gibt) und überlebten den Angriff.
- Ganz in der Nähe davon, auf der anderen Seite der Bahngleise, erlebte auch der amerikanische Soldat Frederick O. Scheer, der als Kriegsgefangener in dem neben der Bahn (unweit der Unterführung) befindlichen Kriegsgefangenenlager untergebracht war, diesen Angriff und berichtet aus seiner Sicht davon.
- An diesem Tag fuhr auch der letzte reguläre Zug auf der Strecke Adorf-Roßbach. Nach dem Beschuss, durch den sieben Menschen starben, blieb der Zug getroffen auf den Gleisen stehen. Angesichts des Heranrückens amerikanischer Truppen wurde die Eisenbahnbrücke über die Weiße Elster noch am selben Tag von Angehörigen der deutschen Wehrmacht gesprengt. Die Bahnbrücke gehörte zur Verbindung Adorf-Roßbach-Asch (in Böhmen) und wurde nie wieder aufgebaut. Die Bahngleise wurden nach Kriegsende demontiert und als Reparationsleistung nach Russland abtransportiert.
>> mehr zur ehemaligen Bahnline Adorf-Roßbach (Roßbacher Mockel)
Foto mit freundlicher Genehmigung von Thomas Schindel